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Was tun, wenn der Kunde nicht zahlt? Schritt-für-Schritt

Bei Zahlungsverzug zuerst Beweise sichern und sachlich kommunizieren, dann konsequent eskalieren. Der Leitfaden erklärt Mahnung, Zinsen, Vergleich, Gericht und Prävention.

Ca. 4 Min. Lesezeit

Was tun, wenn der Kunde nicht zahlt? Schritt-für-Schritt

Der Kunde zahlt nicht – wo anfangen?

Nichtzahlung bedeutet nicht immer absichtliche Vermeidung. Die Rechnung kann in der Buchhaltung liegen, dennoch sollte man nicht unbegrenzt warten. Beweise sichern und früh dokumentiert eskalieren.

Vor einer Aufforderung Fälligkeit, Leistung, Abnahme, Rechnungszugang und Einwände prüfen.

Zuerst Fälligkeit prüfen

Vertrag, Angebot, Briefing, Nachrichten, Etappennachweise, Rechnung, Zustellnachweis und Kundendaten sichern.

  • vereinbarter Umfang wurde erledigt
  • Ergebnis wurde abgenommen
  • korrekte Rechnung wurde erstellt
  • Dokument wurde zugestellt
  • Zahlungsfrist ist abgelaufen
  • formelle Einwände wurden erhoben

Alle Beweise sichern

Beweise lokal exportieren und nicht nur auf fremde Plattformen vertrauen.

  • Vertrag, Auftrag oder Angebot
  • Briefing und Umfang
  • Etappennachweise
  • Abnahmenachrichten
  • Rechnung
  • Zustellnachweis
  • Korrekturhistorie
  • Kundendaten

Zahlungsverzug unterscheidet sich von einem Streit über Umfang, Qualität, Termin oder Preis.

Verzug oder Streit unterscheiden

Bei Streit Vorwürfe beantworten, Vertrag heranziehen und Leistungsnachweise ordnen.

Sachlich an Rechnungsnummer, Betrag, Fälligkeit und Bankverbindung erinnern.

Schritt 1: kurze Erinnerung senden

Eine konkrete Nachricht lässt sich intern leichter bearbeiten und schwerer aufschieben.

Ein genaues Zahlungsdatum verlangen statt vager Zusagen.

Schritt 2: konkretes Zahlungsdatum verlangen

Raten schriftlich mit Beträgen, Terminen, Zinsen und Ausfallfolgen regeln.

Das Risiko nicht durch weitere unbezahlte Arbeit erhöhen.

Schritt 3: weitere Arbeit pausieren

Vertragsgemäß pausieren, aber Websites, Daten oder Code nicht ohne Rechtsgrundlage löschen.

Die formelle Aufforderung muss Forderung, Grundlage und letzte Frist eindeutig benennen.

Schritt 4: formelle Zahlungsaufforderung senden

Parteien, Rechnung, Hauptforderung, Fälligkeit, Zinsen, Konto und nächsten Schritt angeben.

  • Daten von Gläubiger und Schuldner
  • Rechnungsnummer und Datum
  • Hauptforderung
  • Rechtsgrundlage
  • ursprüngliche Fälligkeit
  • Zinsen
  • letzte Frist
  • Bankkonto
  • nächster Schritt

Per E-Mail und nachweisbar zustellen.

Welche Frist sollte gesetzt werden?

Sieben oder vierzehn Tage sind üblich, aber nicht universell vorgeschrieben.

Ein konkretes Datum oder Tage ab Zustellung nennen.

Dürfen Verzugszinsen verlangt werden?

Nach Verzug können grundsätzlich Zinsen verlangt werden.

Für B2B-Handelsgeschäfte und andere Beziehungen gelten unterschiedliche Regelungen; aktuellen Satz prüfen.

Pauschale für Beitreibungskosten

Bei qualifizierten Handelsgeschäften kann eine Pauschale von 40, 70 oder 100 Euro verlangt werden.

  • 40 Euro — bis 5.000 PLN
  • 70 Euro — über 5.000 und unter 50.000 PLN
  • 100 Euro — ab 50.000 PLN

Die Schwellen liegen bei bis zu 5.000 PLN, über 5.000 bis unter 50.000 PLN und ab 50.000 PLN.

Geschäftskunde oder Verbraucher

Die Pauschale gilt für Handelsgeschäfte und nicht automatisch gegenüber Verbrauchern.

B2B-Regeln unterscheiden sich vom Verbrauchergeschäft.

Was tun bei Qualitätsbeanstandungen?

Den Status des Kunden prüfen, bevor Handelszinsen oder Pauschalen verlangt werden.

Konkrete Mängel und ihre Vertragsgrundlage verlangen.

Was tun bei erweitertem Projektumfang?

Einwände mit Briefing, Abnahmen und Korrekturlimit vergleichen.

Bei Zusatzarbeiten Auftrag und Preisnachweis sichern.

Reicht eine Rechnung als Beweis?

Jede Umfangsänderung vor Beginn bestätigen lassen.

Eine Rechnung ist wichtig, beweist Leistung und Abnahme aber nicht immer allein.

Letzte außergerichtliche Zahlungsaufforderung

Die stärkste Beweiskette verbindet Auftrag, Preis, Lieferung, Abnahme und Fälligkeit.

Die letzte außergerichtliche Aufforderung sollte sachlich bleiben und mögliche Klage ankündigen.

Mediation und Vergleich

Keine Maßnahmen ankündigen, die nicht umgesetzt werden.

Ein Vergleich kann bei echtem Streit oder vorübergehenden Problemen schneller sein.

Inkassounternehmen oder Anwalt

Anerkannte Summe, Raten, Zinsen und Ausfallfolgen klar regeln.

Externes Inkasso kann helfen, wenn formelle Schreiben ignoriert werden.

Meldung an eine Wirtschaftsauskunftei

Provision, Fixkosten, Vollmacht und Kündigung prüfen; bei großen oder internationalen Fällen Rechtsrat einholen.

Eine Meldung an Auskunfteien setzt gesetzliche Bedingungen und Vorwarnung voraus.

Zahlungsklage

Konkrete Anforderungen prüfen statt mit einem Eintrag zu drohen.

Die Klage muss Parteien, Hauptforderung, Zinsen, Fälligkeit, Grundlage und Beweise benennen.

Elektronisches Mahnverfahren in Polen

Das Verfahren hängt von Dokumenten und Bestreiten der Forderung ab.

Das polnische EPU erlaubt elektronische Klagen bei einfachen Geldforderungen.

Beweise werden bezeichnet; ein Widerspruch kann die schnelle Beendigung verhindern.

Kunde in einem anderen EU-Land

EPU ist keine automatische Vollstreckung; Daten, Beträge und Termine müssen stimmen.

Bei unbestrittenen EU-Forderungen kann der Europäische Zahlungsbefehl geeignet sein.

Ein Urteil bedeutet nicht immer sofortige Zahlung

Zuständigkeit, Recht, Zustellung und Vollstreckung sind individuell zu prüfen.

Auch nach einem Urteil kann Gerichtsvollzieher-Vollstreckung nötig sein.

Verjährung nicht verpassen

Vor einer Klage Aktivität und Vermögen des Schuldners prüfen.

Die Verjährung hängt von der Rechtsgrundlage ab.

Werkvertragsansprüche können etwa zwei Jahre ab Ablieferung oder vereinbartem Liefertermin verjähren.

Steuern bei unbezahlten Rechnungen

Eine einfache Mahnung unterbricht die Verjährung nicht immer; bei naher Frist schnell handeln.

Nichtzahlung beseitigt Steuerpflichten nicht automatisch.

Was man nicht tun sollte

  • Kunden nicht öffentlich bloßstellen
  • keine unbegründeten Strafdrohungen
  • Systeme oder Daten nicht ohne Grundlage löschen
  • nicht unbegrenzt kostenlos weiterarbeiten
  • nicht nur telefonieren
  • keine Gebühren erfinden
  • Verjährung nicht abwarten
  • Vergleich nicht ungeprüft unterschreiben

Wie man Zahlungsausfälle reduziert

  • Kunden prüfen
  • Vorauszahlung verlangen
  • bezahlte Meilensteine nutzen
  • Umfang und Ausschlüsse definieren
  • Korrekturen begrenzen
  • Abnahmefristen setzen
  • Pausenrecht vereinbaren
  • Urheberrechtsübergang definieren
  • Absprachen archivieren
  • nächste Etappe erst nach Zahlung starten

Vorauszahlung, Angeld oder Meilensteine?

Regeln zu Einkommen, Umsatzsteuer und Forderungsausfällen hängen von Fall und aktuellen Bedingungen ab.

Keine öffentliche Bloßstellung, unbegründeten Strafdrohungen oder eigenmächtige Systemabschaltung.

Urheberrechte als Zahlungssicherung

Nicht endlos weiterarbeiten, keine Gebühren erfinden, nicht nur telefonieren und Verjährung nicht abwarten.

Kunden prüfen, Vorauszahlungen und bezahlte Meilensteine nutzen, Umfang und Korrekturen definieren.

Sinnvoller Zahlungsprozess

  1. Tag 0 — Rechnung senden
  2. Tag nach Fälligkeit — Erinnerung
  3. 3–5 Tage später — genaues Datum verlangen
  4. 7–14 Tage später — formelle Aufforderung
  5. danach — Vergleich, Inkasso oder Klage
  6. laufend — Beweise und Verjährung kontrollieren

Abnahmefristen, Pausenrechte, Urheberrechtsübergang und Freigaben dokumentieren.

Wichtigste Schlussfolgerung

Vorauszahlung und rechtliches Angeld sind nicht austauschbar.

Bei großen Projekten reduzieren Startzahlung und Etappenabrechnung das Risiko.

Der Übergang wirtschaftlicher Urheberrechte oder einer Lizenz kann an vollständige Zahlung geknüpft werden.

FAQ

Was ist der erste Schritt bei Nichtzahlung?

Fälligkeit, Leistung und Rechnungszugang prüfen, Beweise sichern und sachlich ein konkretes Zahlungsdatum verlangen.

Ist eine Mahnung vor der Klage Pflicht?

Nicht immer zwingend, aber sie dokumentiert den Einigungsversuch und führt häufig ohne Prozess zur Zahlung.

Dürfen Freelancer Zinsen verlangen?

Grundsätzlich ja bei Verzug. Art und Höhe hängen unter anderem vom B2B-Charakter ab.

Kann man 40 Euro berechnen?

Bei bestimmten Handelsgeschäften sind 40, 70 oder 100 Euro möglich. Dies gilt nicht automatisch gegenüber Verbrauchern.

Reicht eine Rechnung vor Gericht?

Nicht immer. Vertrag, Angebot, Briefing, Lieferung, Abnahme und Preisabsprachen sollten ebenfalls gesichert werden.

Darf die Arbeit pausiert werden?

Oft ja, besonders bei Vertragsklausel. Schriftlich ankündigen und keine Systeme ohne Rechtsgrundlage löschen.

Wann lohnt sich eine Klage?

Bei gut dokumentierter, wirtschaftlich sinnvoller und vollstreckbarer Forderung nach erfolgloser Aufforderung.

Unterbricht eine Mahnung die Verjährung?

Darauf sollte man sich nicht verlassen. Bei naher Frist schnell rechtlichen Rat einholen.

Was passiert steuerlich?

Nichtzahlung beseitigt Steuerpflichten nicht automatisch. Regeln zu Forderungsausfällen hängen von Steuerart und Voraussetzungen ab.

Wie reduziert man künftiges Risiko?

Kunden prüfen, Vorauszahlungen und Meilensteine nutzen, Umfang dokumentieren und unbezahlte Etappen nicht fortsetzen.

Schlüsselwörter

Kunde zahlt nicht Freelancer unbezahlte Rechnung Freelancer Zahlungsaufforderung Verzugszinsen Freelancer Inkasso Freelancer Forderung eintreiben

Quellen

Nächster Schritt

Mit Briefstreak bleiben Briefing, Umfang, Preise und Freigaben an einem Ort. Eine klare Dokumentation hilft, Zahlungsstreitigkeiten zu vermeiden und zu lösen.

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